Aus der Geschichte
Die Hirzbacher Höfe liegen an der "Hohen Straße" in der Nachbarschaft der mittelalterlichen Siedlung
Marköbel, wo bereits in römischer Zeit ein wichtiges militärisches Kastell bestand und im Mittelalter
ein bedeutender Fernhandelsmarkt entstanden war. Wie im Mittelalter wird der Ort auch heute noch weitgehend
durch die in der Wetterau charakteristische Landwirtschaft geprägt. Mehrere große Bauernhöfe aus altem
Klosterbesitz bilden den Kern der heutzutage kaum einhundert Einwohner zählenden Hirzbacher Höfe.
Die Hirzbacher Kapelle gehört zu dem ehemaligen Antonitergut, das den Namen Kapellengut hatte.
Schon die vorhandenen Urkunden belegen uns eine reichhaltige und abwechslungsreiche Geschichte
der Marienkapelle, bis sie schließlich im Jahre 1840 in Privatbesitz geriet und von nun an als
Feldscheune genutzt und in dieser Eigenschaft noch vielfach umgestaltet wurde.
Im Jahr 1128 wurde Hirzbach zum ersten Mal urkundlich erwähnt, und zwar in einer Schenkungsurkunde
des Mainzer Erzbischofs Adalbert I. von Saarbrücken an sein Metropolitankapitel. Als Gegenleistung
für die Schenkung von eigenem Besitz an das Domkapitel musste dieses sich verpflichten, schon bestehende
Einkünfte zur Verbesserung seiner Lebenshaltung einzubringen. Zu diesen Einkünften gehörte die Geldrente
eines Domherrn aus Eigenbesitz in Hirzbach, die damit rechtlich in den Gemeinschaftsbesitz des Domkapitels
überging. Die Urkunde nennt den Namen des Schenkers nicht, wohl aber geht aus ihr hervor, dass es sich bei
den Einkünften um Pachterträge aus landwirtschaftlichem Besitz handelte. Daraus lässt sich folgern, dass
Hirzbach ein vogtfreies Eigengut in adeligem Besitz war. Möglicherweise war der Schenker ein Mitglied des
Hauses Hanau-Dorfelden. Diese erste urkundliche Erwähnung bezeugt indirekt, dass in Hirzbach schon im Jahr
1128 ein Eigengut mit landwirtschaftlichem Betrieb vorhanden gewesen sein muss. Das nächste Mal wird
Hirzbach im Jahr 1252 erwähnt. In einer Urkunde wird die Übertragung des Hirzbacher Besitzes von dem
Mainzer Stift St. Victor an die Antoniter in Roßdorf geregelt. Wie ersteres Eigentümer dieser Hirzbacher
Güter geworden war, ist nicht überliefert.
Die Schenkung an die Antoniter
Kurz darauf, 1254, schenkte der Graf Reinhard von Hanau dem Antoniterorden in Roßdorf die Hirzbacher Kapelle. Die lateinische Schenkungsurkunde, die heute noch im Hessischen Haupt-Staatsarchiv in Wiesbaden zu finden ist, hat folgenden Wortlaut: