Aus der Geschichte

Die Kunst- und Architekturhistorikerin Dr. Ines Wagemann schrieb den folgenden Text anlässlich der Wiedererstehung der Hirzbacher Kapelle 1992.

Die Hirzbacher Höfe liegen an der "Hohen Straße" in der Nachbarschaft der mittelalterlichen Siedlung Marköbel, wo bereits in römischer Zeit ein wichtiges militärisches Kastell bestand und im Mittelalter ein bedeutender Fernhandelsmarkt entstanden war. Wie im Mittelalter wird der Ort auch heute noch weitgehend durch die in der Wetterau charakteristische Landwirtschaft geprägt. Mehrere große Bauernhöfe aus altem Klosterbesitz bilden den Kern der heutzutage kaum einhundert Einwohner zählenden Hirzbacher Höfe. Die Hirzbacher Kapelle gehört zu dem ehemaligen Antonitergut, das den Namen Kapellengut hatte. Schon die vorhandenen Urkunden belegen uns eine reichhaltige und abwechslungsreiche Geschichte der Marienkapelle, bis sie schließlich im Jahre 1840 in Privatbesitz geriet und von nun an als Feldscheune genutzt und in dieser Eigenschaft noch vielfach umgestaltet wurde.
Im Jahr 1128 wurde Hirzbach zum ersten Mal urkundlich erwähnt, und zwar in einer Schenkungsurkunde des Mainzer Erzbischofs Adalbert I. von Saarbrücken an sein Metropolitankapitel. Als Gegenleistung für die Schenkung von eigenem Besitz an das Domkapitel musste dieses sich verpflichten, schon bestehende Einkünfte zur Verbesserung seiner Lebenshaltung einzubringen. Zu diesen Einkünften gehörte die Geldrente eines Domherrn aus Eigenbesitz in Hirzbach, die damit rechtlich in den Gemeinschaftsbesitz des Domkapitels überging. Die Urkunde nennt den Namen des Schenkers nicht, wohl aber geht aus ihr hervor, dass es sich bei den Einkünften um Pachterträge aus landwirtschaftlichem Besitz handelte. Daraus lässt sich folgern, dass Hirzbach ein vogtfreies Eigengut in adeligem Besitz war. Möglicherweise war der Schenker ein Mitglied des Hauses Hanau-Dorfelden. Diese erste urkundliche Erwähnung bezeugt indirekt, dass in Hirzbach schon im Jahr 1128 ein Eigengut mit landwirtschaftlichem Betrieb vorhanden gewesen sein muss. Das nächste Mal wird Hirzbach im Jahr 1252 erwähnt. In einer Urkunde wird die Übertragung des Hirzbacher Besitzes von dem Mainzer Stift St. Victor an die Antoniter in Roßdorf geregelt. Wie ersteres Eigentümer dieser Hirzbacher Güter geworden war, ist nicht überliefert.

Die Schenkung an die Antoniter

Kurz darauf, 1254, schenkte der Graf Reinhard von Hanau dem Antoniterorden in Roßdorf die Hirzbacher Kapelle. Die lateinische Schenkungsurkunde, die heute noch im Hessischen Haupt-Staatsarchiv in Wiesbaden zu finden ist, hat folgenden Wortlaut:

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  • Erschienen in

    Ines Wagemann:

    Historischer Hintergrund. Von der Schenkung des Kapellengutes bis zum letzten Gottesdienst. In: Förderverein Hirzbacher Kapelle (Hg.): Die Hirzbacher Kapelle. o.O. [Hammersbach], o.J. [1992], 18 unpag. Seiten. Dort weitere Nachweise.

  • Weitere Publikationen

    Peter Jüngling:

    "Diese Capell steht noch heutzu tag..." Beiträge [von P. Jüngling, B. Hollack, Frank Schmidt, Betty Müller] zur Geschichte der Marienkapelle von Hirzbach, Gemeinde Hammersbach, Main-Kinzig-Kreis. Hanau 2004, 218 S., Hanauer Schriften zur Archäologie und Geschichte 2, ISBN 3-938149-01-9.

    Mehr zum Antoniterorden

    Zur Einführung: Wikipedia

    Eine empfehlenswerte Zeitschrift:

    Antoniter-Forum. Herausgegeben von der Gesellschaft zur Pflege des Erbes der Antoniter e.V. Redaktion: Adalbert Mischlewski, Herzogparkstr. 2, 81679 München. Erscheint jährlich. ISSN 0944-8985

    Antoniter-Niederlassungen in der Nähe von Hirzbach:

    - Frankfurt: Die Töngesgasse - südlich der Zeil - geht auf den Namen Anton zurück. Hier besaßen die Antoniter einen großen Wirtschaftshof.

    - Frankfurt-Höchst (Justinuskirche)

    - Grünberg Kreis Gießen (Kloster gegr. 1193)

 

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